SCHRÖPFEN

Schröpfen – eine alte Therapieform

Die Methode des Schröpfens, blutig und unblutig, ist eine alte ausleitende Reiztherapie. Sie wird schon seit ca.3300 Jahren in den verschiedensten Ecken der Welt praktiziert. Gerade bei indigenen Völkern kamen und kommen beim Schröpfen hier Tierhörnern und Kalebassen zum Einsatz(in unseren Breiten arbeitet mensch in der Regel mit Schröpfgläser aus Glas, Silikon oder Hartplastik). In Griechenland gab es sogar einen Gott des Schröpfens – Telesphorus, Sohn des Asklepios – was zeigt, wie wichtig und geschätzt diese Methode war. Auf Ärztesiegeln befanden sich dementsprechend Schröpfwerkzeuge  als Symbol des Standes.  Die Beobachtung, daß man am Ort des Leidens durch Eröffnung immer wieder Linderung und Heilung bestimmter Leiden erzielen konnte, führte zur Verfeinerung der Methode. Melancholie zum Beispiel stand in Zeiten des Säftelehre für ein „Zuviel von Schwarzgalle“, also einem Ungleichgewicht der vier Säfte, welcher man durch ein Ausleiten dieser entgegenwirken wollte. Der Begriff der Melancholie hat sich also aus dieser Zeit bis heute bei uns gehalten. Setzt man nun Schröpfgläser auf eine Rückenareal, so erzeugt man einen Unterdruck, welcher als Reiz, wie man heute vermutet, zu einem verbesserten Lymph- und Blutfluß führt.  Ebenso kann über die Haed´schen Reflexzonen regulierend auf innere Organe und das Bindegewebe gewirkt werden(Johann Abele – Schröpfkopfbehandlung, Haug Verlag).

Schroepfen
Schröpfen

Schröpfen bei muskulären Verspannungen

Setzt man nun Schröpfgläser auf eine Rückenareal, so erzeugt man einen Unterdruck, welcher als Reiz, wie man heute vermutet, zu einem verbesserten Lymph- und Blutfluß führt. Ebenso kann über die Haed´schen Reflexzonen regulierend auf innere Organe und das Bindegewebe gewirkt werden(Johann Abele – Schröpfkopfbehandlung, Haug Verlag). Die Reaktion der Hämatombildung durch die Schröpfbehandlung schwächt sich meist mit jeder Beahndlung etwas ab, bis sie ganz ausbleibt – oft parallel zur Verbesserung der Problematik. Ich setze diese Methode vor allem bei muskulären Verspannungen(Rücken/Schulter/Nacken) ein, aber auch bei chronischen Kopfschmerzen/Migräne. Hierbei sucht man in der Regel den Rücken nach Gelosen ab, also schmerzhaften Verhärtungen im Bindegewebe, welche an schwacher Durchblutung leiden und somit durch tendenzielle Übersäuerung geprägt sind. Dort setzt man dann die Schröpfgläser an. Das blutige Schröpfen nutzt man tendenziell bei Füllezuständen(Bluthochdruck, Übergewicht, heiße Gelosen) ein. Hier bevorzuge ich jedoch die Blutegeltherapie wegen der Sekrete, die beim Saugvorgang abgegeben werden(siehe Link). Das trockene Schröpfen wird bei Bedarf 1-2 mal wöchentlich eingesetzt und kann gut mit Massage, Baunscheidtherapie und Pflanzenheilkunde kombiniert werden. Ebenso angenehm ist eine Schröpfglasmassage, bei der die Gläser langsam über eingeölte Körperpartien, meist im Rückenbereich, gezogen werden. Unter Beachtung der individuellen Leiden eines Patienten können Schröpfgläser auch auf die thematisch passenden Reflexzonen gesetzt werden, um eine umstimmende Regulierungdes Körpers zu erzielen.