Das Judasohr – ein Heilpilz aus unseren Breiten

Das Judasohr – Auricularia polytricha

Das Judasohr, in China bekannt unter dem Namen Mu-Erh, ist ein gallertig-knorpeliger Baumpilz von dunkelbrauner Farbe, der bevorzugt auf altem oder toten Holunder und Ulmen zu finden ist. Sein Geschmack ist leicht süßlich und in China wird er gerne zu den verschiedenen Gerichten serviert, da er gut den Geschmack von Saucen gut aufnimmt. Allerdings nicht nur deswegen, sondern um Atmung, Kreislauf und Wohlbefinden zu verbessern(Volksheilkunde). Im Mittelalter wurde er dann auch in unseren Breiten bei Herzbeschwerden, Hämorrhiden, Infektionen und zur Verbesserung der Wundheilung eingesetzt.

Diese Indikationen passen zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen der neueren Zeit(leicht blutverdünnende Wirkung durch Hemmung der Thrombozytenaggregation), weswegen eine prophylaktische Einnahme zur Verbesserung der Gefäßsituation durchaus Sinn machen kann. Außerdem wirkt das in ihm gefundene Adenosin, ein Nukleosid der RNA und Bestandteil von ATP und ADP, gefäßerweiternd. Das Judasohr enthält ebenso Kalium, Calcium, Magnesium, Kupfer und Silicium sowie Polypeptide. Ebenso werden immer wieder Erfahrungen gemacht, daß zu hohe Blutfettwerte mit dem Auricularia positiv beeinflußt werden können. Hier macht allerdings die Kombination mit anderen Heilpilzen und Heilpflanzen durchaus Sinn. Seinen Namen hat dieser Pilz aus der biblischen Geschichte des Verrates Jesu durch Judas – dieser erhängte sich wegen seines schlechten Gewissens an einem Holunderbaum.

Bildquelle: Wikipedia

 

Traditionelle Indikationen:

  • venöse Insuffizienz
  • Arteriosklerose(begleitend)
  • Wundheilungsstörungen
  • Entzündungen
  • trockener Husten
  • gereizte Schleimhäute
  • Verstopfung
  • Leberleiden

Kontraindikationen:  – Schwangerschaft, Stillzeit, Einnahme von Blutverdünnnern

Quellen:

  • Prof. Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008Dr. med. Ivo Bianchi: „Moderne Mykotherapie“; Hinckel Druck, 2008